Stellen Sie sich vor, Sie bezahlen monatlich für zwei Fitnessstudios, gehen aber nur in eines. Klingt absurd? In der deutschen IT-Landschaft ist das für viele KMU bittere Realität.
Wir haben die IT-Infrastruktur eines typischen mittelständischen Unternehmens mit 75 Mitarbeitern unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erschreckend: Allein für Lizenzen fließen jährlich über 60.000 Euro fast ausschließlich an US-Konzerne.
Das „Double Licensing“-Phänomen
In unserer Beratung sehen wir oft folgendes Szenario: Die Buchhaltung arbeitet mit Microsoft Excel, das Marketing liebt Google Workspace, und die IT verwaltet zusätzlich noch klassische Windows-Server und SQL-Datenbanken im Keller.
Hier ist eine realistische Rechnung für 75 Mitarbeiter:
| Posten | Lösung (US-basiert) | Kosten pro Jahr (ca.) |
|---|---|---|
| Microsoft Office 365, Teams | Microsoft 365 Business Premium | 18.500 € |
| E-Mail, Meet, Kalender | Google Workspace Enterprise | 35.500 € |
| Zusätzliches | Zoom Business Lizenzen | 7.000 € |
| Infrastruktur | Windows/SQL Server & CALs | 16.000 € (amortisiert) |
| Spezialsoftware | Adobe, Mentimeter etc. | 7.500 € |
| Gesamt | ca. 84.500 € |
Wo liegt das Problem?
1. Die Kosten-Duplizierung
Warum bezahlen Sie für Google Workspace, wenn Microsoft Teams und OneDrive im M365-Paket enthalten sind? Oder warum Zoom, wenn Teams bereits vorhanden ist? Oft ist dies historisch gewachsen oder der „Schatten-IT“ der Abteilungen geschuldet.
2. Das Compliance-Risiko
Mit jeder zusätzlichen US-Lizenz steigt Ihr Risiko. Das Data Privacy Framework ist rechtlich umstritten. Wenn Sie Daten in der Google Cloud, bei Microsoft, bei Adobe und bei Zoom verteilen, multiplizieren Sie die Angriffsflächen für DSGVO-Verstöße.
3. Der „Lock-in“-Effekt
Jeder Euro, den Sie in diese Lizenzen stecken, macht einen späteren Wechsel schwerer. Sie mieten Ihre Produktivität nur, anstatt sie zu besitzen.
Der europäische Ausweg: Souveränität schont das Budget
Ein Wechsel auf europäische Lösungen wie Nextcloud, Managed Matrix-Server oder Hetzner-Infrastrukturen reduziert nicht nur die rechtlichen Risiken drastisch, sondern oft auch die laufenden Kosten.
- Zusammenführung: Statt drei Tools für Chat, Video und Daten nutzen Sie eine integrierte europäische Plattform.
- Weg mit den CALs: Open-Source-basierte Datenbanken (wie PostgreSQL) und Serverlösungen kennen keine komplizierten „Client Access Licenses“. Sie zahlen für die Leistung, nicht pro Kopf.
- Datenhoheit: Ihr Geld bleibt in Europa, Ihre Daten auch.
Fazit: Zeit für einen Kassensturz
84.500 Euro pro Jahr sind für ein 75-Mann-Unternehmen kein Pappenstiel. Es ist Kapital, das in der eigenen Innovation fehlt. Wer seine IT-Strategie heute auf europäische Beine stellt, spart nicht nur Geld, sondern investiert in die Unabhängigkeit seines Unternehmens.
Wollen Sie wissen, wie viel „totes Kapital“ in Ihrem Software-Stack steckt? Wir analysieren Ihre aktuelle Lizenzsituation und zeigen Ihnen den Migrationspfad zu einer schlankeren, sichereren und kosteneffizienten europäischen Lösung.
Sprechen Sie mit uns – wir zeigen Ihnen, wie aus einer teuren Abhängigkeit ein echter technologischer Wettbewerbsvorteil „Made in Europe“ wird.“


